Rückblick auf die Geistliche Abendmusik zur Jahreslosung

Am Samstag, dem 3. September, fand um 18 Uhr in unserer Auferstehungskirche wieder eine Geistliche Abendmusik statt. Diesmal stand CHORMUSIK zum Thema der Jahreslosung “Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jes. 66,13) im Mittelpunkt. Aber auch ein hervorragendes Instrumentalensemble (Sabine König, Violine, Evelyn Buyken, Violoncello und Hans-Hermann Buyken, Orgel) brachte sich in das abwechslungsreiche Programm ein. Pfv. Schwarz schlug in der Gebetsmeditation und in den „Gedanken zum Thema“ eine Brücke zu den vorgetragenen Musikstücken. Organist Martin Krüger aus der Nachbargemeinde schickte uns seinen ganz persönlichen kurzen Bericht. Herzlichen Dank.


Guten-Abend-Musik
Eine persönliche Wahrnehmung von Martin Krüger, Essen

Als man mir am Samstag, 3. September 2016, kurz vor 18 Uhr beim Eintritt in den Kirchsaal „Guten Abend!“ wünschte, war mir noch nicht klar, dass das auch für die gesamte Geistliche Abendmusik galt. Sie hat mir viel gegeben. Zunächst habe ich mich darüber gefreut, dass unser Sprengelkantor Thomas Nickisch musikalisch unter uns war: mit seinem Kanon über die derzeitige Jahreslosung „Ich – Gott – will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ und mit lebendigen Chorsätzen, die mit Gott und uns zu tun haben. Dass auch der von mir immer verehrte frühere Bochumer Kreuzorganist Jörg Gillhoff mit einem Satz vertreten war, hat mich sehr erfreut. Neben dem Chor überraschte mich eine dreiköpfige Instrumentalgruppe – Violine, Cello und Continuo (Orgel) – mit einer hervorragenden Wiedergabe von Werken alter Meister. Evelyn Buykens Kanon über die Worte unseres Gottes durch Jesaja (43,1) „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“ hat mich besonders beeindruckt – es klang in mir ähnlich hinhörenswert wie Pachelbels Kanon D-Dur. Der Vergleich mag sie ehren.

Es blieb aber nicht bei einer Stilrichtung – es erklangen auch akzentuiertere Rhythmen: beim anfänglichen „Gloria, Ehre sei Gott“ und später bei „He’s got the whole world in his hands“ und „Rock my soul“. Da war ich als zum Mitsingen eingeladener Gemeindesänger manchmal ziemlich überfordert – aber ansteckend schön war es schon. Die geistlichen Liedertexte, die Gebetsmeditation, das Vaterunser und der gesungene Segen machten die Geistliche Abendmusik zu einem würdigen Gottesdienst. Durch das dreifache „The LORD / Der HERR“ war auch der Dreieinige Gott wirklich segnend unter uns. Als ich in den Kirchsaal trat war ich erfreut, den von mir sehr geschätzten Pastor i.R. Uli Schneider aus Witten zu sehen. Die ganze Zeit saßen wir zusammen. Und dann liefen wir noch zusammen zum Bahnhof und fuhren bis zur Station Essen-Eiberg gemeinsam in der S-Bahn. Ich bin dankbar und freue mich sehr, dass ich dabei sein konnte. PS: Die Ausführenden werden ihren Namen in meinen Zeilen vermissen. Verständlich. Aber ich wollte mich kurz fassen und fühlte mich nicht in der Lage, eine Auswahl zu treffen und dabei anderen Namen auslassen zu müssen.
MK

".wie einen seine Mutter tröstet." - August 2016

SELK: Geistliche Abendmusik in Duisburg

Duisburg, 29.8.2016 - selk - Die Duisburger Auferstehungs-gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) lädt zu ihrer nächsten Geistlichen Abendmusik ein. Sie findet statt am Samstag, 3. September, um 18 Uhr. Die Konzerte und Musiken der letzten Zeit standen anlässlich des 40-jährigen Orgeljubiläums in Duisburg unter dem Motto "Orgel plus...!".

Diesmal liegt der Schwerpunkt bei der Chormusik.

Der Leitgedanke der Abendmusik ist die ökumenische Jahreslosung aus dem biblischen Jesajabuch, Kapitel 66 - Gott spricht: Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet. Die Jahreslosung wird dabei mit abwechslungsreicher Chormusik, mit Werken unterschiedlicher Stile und Epochen entfaltet. Die anwesende Konzertgemeinde wird an mehreren Stellen musikalisch einbezogen.

Neben dem Kirchenchor der Gemeinde unter der Leitung von Hans-Hermann Buyken wirken mit: Sabine König, Geige, Evelyn Buyken, Violoncello, und Christina Jungermann, Orgel. Dieses Ensemble bringt sich mit anspruchsvoller Instrumentalmusik in das Konzert ein.

Der Eintritt ist frei. Um eine Kollekte am Ausgang zur Deckung der Kosten und zur Förderung der Kirchenmusik wird gebeten. Die Auferstehungsgemeinde freut sich über zahlreiche Gäste!

Eine Meldung der selk_news

Orgel plus...! - Januar 2015

Konzert in der ev. luth. Auferstehungskirche Duisburg am Sonntag 25.01.2015

"Wisst ihr noch wie es geschehen?"

Mit einem Konzert der Extraklasse feierte die Auferstehungsgemeinde Duisburg das 40jährige „Dienst“-Jubiläum ihrer Böttger-Orgel. Dies war der Auftakt zu der Konzert-Reihe „Orgel plus…!“ , mit der man im Verlauf des Jahres den treuen und verlässlichen Einsatz der Pfeifenorgel über vier Jahrzehnte würdigen möchte. Zum Auftakt erklang am letzten Sonntag nach Epiphanias, noch bei brennenden Kerzen am Christbaum, abwechslungsreiche Chor- und Orgelmusik aus mehreren Jahrhunderten unter dem Leitgedanken "Wisst ihr noch, wie es geschehen".

Eine zahlreiche Zuhörerschaft, insbesondere auch von außerhalb der Gemeinde, nahm die Einladung zur ersten geistlichen Abendmusik in diesem Jahr wieder wahr.

Beginnend mit dem Choralvorspiel „Kommt und lasst uns Christum ehren“ von Paul Kickstadt setzte Franz Rudolph Eles, der als Organist gewonnen werden konnte, erste Akzente. Nach dem im Wechsel von Chor und Gemeinde gesungenen Lied zum Leitgedanken „Wisst ihr noch…“ gab es eine kurze Einführung in das von Chorleiter Hans-Hermann Buyken zusammengestellte Programm, das zurückblickte auf die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. Durch die ausgewählten, von Vikar Volkmar Schwarz vorgetragenen Lesungen und die sich darauf beziehenden Chorwerke wurde ein interessanter Bogen gespannt von der Ankündigung der Geburt Jesu, über Marias Besuch bei Elisabeth und die Weihnachtsgeschichte nach Lk. 2 bis zur Anbetung durch die Weisen aus dem Morgenland, der Namensgebung Jesu, seiner Darstellung im Tempel (Begegnung des greisen Simeon) und der Geschichte des zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lk. 2, 41 ff).

Alle Musikstücke bezogen sich direkt auf den Inhalt der Bibelverse, waren aber dennoch „chronologisch“ angeordnet, beginnend in der Renaissance mit dem bekannten Chorsatz „Übers Gebirg Maria Geht“ von Johann Eccard (1553.1611). Ein Höhepunkt des Konzerts war sicherlich das Magnifikat Noni Toni für Orgel und Schola von Samuel Scheidt in lateinischer Sprache – eine wunderbar gemeisterte Herausforderung für Organist und Männerstimmen-Schola. Aus Taizé folgte das Magnifikat („Meine Seele erhebet den Herren“), das gemeinsam mit der Gemeinde im Kanon gesungen wurde.

Zu den anspruchsvollen Musikstücken gehörten unter anderem die Motette zu 6 Stimmern „Das Wort ward Fleisch“ von Andreas Hammerschmidt (1612-1675) im Kontext der Lesung aus Joh. 1 und die Motette zu 4 Stimmen „Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget“ von Gottfried August Homilius (1714-1785), die beide unter Orgelbegleitung vom Chor gesungen wurde.

Musik von Johann Sebastian Bach war präsent durch Choräle aus dem Orgelbüchlein (u.a. über „Gelobet seist du Jesu Christ“) und durch Stücke aus dem Weihnachtsoratorium, wobei im Schluss-Satz der Kantate IV („Jesus richte mein Beginnen“) die obligaten Oberstimmen von Blockflöten (Hanna Gatzka, Christina Jungermann, Susanne Schlawne) musiziert wurden.

Die von Thomas Nickisch komponierte schlichte Fassung des „Nunc dimittis“, des Lobgesangs des Simeon von 2004 gehörte neben dem „Stern über Bethlehem“ und zwei Kompositionen von Max Reger (1873-1916) zu den besonders eindrucksvollen Stücken.

Mit dem Schluss der wunderschönen Choralkantate von Felix Mendelsohn Bartholdy „Verleih uns Frieden gnädiglich“ - in der Fassung für Chor und Orgel - verabschiedeten sich die Musizierenden von ihrem Publikum, das nicht mit Beifall sparte.

Das nächste Geistliche Konzert in der Reihe „Orgel plus…!“ findet am Vorabend von Jubilate statt, am Samstag 25. April 2015 unter dem Motto „Jauchzet Gott, alle Lande!“ (Ps.66,1).

Ute Seils

Konzertbericht - Januar 2014

„Gott nahe zu sein ist mein Glück“

Ein sehr abwechslungsreiches, beeindruckendes Konzert konnten die Zuhörer erleben, die sich zahlreich zur Geistlichen Abendmusik am 1. Sonntag nach Epiphanias, dem 12. Januar 2014, in der evangelisch-lutherischen Auferstehungsgemeinde Duisburg eingefunden hatten.
Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Besonders erfreulich war die hohe Zahl der Gäste aus Nachbargemeinden.

Als Leitmotiv diente die diesjährige Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Die Geschichte des blinden Bettlers Bartimäus und dessen Heilung durch Jesus Christus (Markus 10, 46-52) zog sich – in kleinen Abschnitten vom Lektor vorgetragen und durch vertiefende Einzelbeiträge verschiedener Sprecher ergänzt - als roter Faden durch das Gesamtprogramm.
Im Anschluss an jeden Textabschnitt erklang Musik, die den jeweiligen Textbaustein interpretierte und vertiefte oder ihn in Beziehung setzte zum Leben des Menschen heute! Wunderbar war das Zusammenspiel des Kirchenchores unter Leitung von Hans-Hermann Buyken und der B.I.G Band mit Ernst-Wilhelm Pfitzinger als Dirigent, auf dessen Idee auch das ausgesprochen gelungene und hochwertige Gesamtkonzept der Veranstaltung aufbaute.
Mit dem peruanischen Lied „Gloria a Dios“ (Ehre sei Gott) begrüßten die B.I.G (Believe In God) - Band und der Chor kraftvoll das Publikum, wobei die Gemeinde aufgefordert war, in den Gesang mit einzustimmen. Nach Begrüßung und Einführung ins Programm stimmte der Chor den Jahreslosungskanon in der Vertonung von Thomas Nickisch an. Der konzeptionelle Aufbau der Abendmusik ließ sich bereits im Eingangsteil sehr gut erkennen: So folgte auf Mk 10, Vers 42 („Und Jesus kam mit seinen Jüngern nach Jericho“) die vom Chor sechsstimmig vorgetragene Motette von Andreas Hammerschmidt „Machet die Tore weit“. Nicht nur die Tore von Jericho, auch unsere Türen und Tore sollen wir weit öffnen. Der Chor stellte so im noch weihnachtlich geschmückten Kirchraum mit am Christbaum brennenden Kerzen den Bezug her zur aktuellen Kirchen­jahres­zeit, während die B.I.G.Band (Saxophon, Trompete, Flöte, Schlagwerk, Marimbaphon und E-Piano) mit einem modernen Satz zum Lied „Bahnt eine Weg unserm Gott“ das Geschehen in besonderer Weise in rhythmisch geprägtem Klang in unsere Zeit transferierte! Die jugendliche Band begeisterte durch Präzision, große Dynamik und Musizierfreude in abwechslungs­reichen Arrangements, der Chor durch seine textverständliche Interpretation, Ausstrahlung und Intonation.

Die große musikalische Bandbreite beider Ensembles war beeindruckend. Der Chor musizierte Kompositionen alter Meister (Gastoldi, M.Franck, J.S.Bach) gleichermaßen souverän wie modernere Werke, so von R. Schweizer („O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“), von Joh. Nepomuk David oder anderen. Die überwiegende Zahl der großartigen B.I.G.Band- Arrangements – viele davon zum neuen Liedgut aus Cosi III - stammen von E.-W. Pfitzinger, der diese wunderbar auf die von ihm geleitete Band zugeschnitten hatte. Es war ein sehr fröhliches, dankbares und differenziertes Musizieren auf hohem Niveau in einer konzeptionell überzeugenden Abendmusik, in die sich die Gemeinde meditativ und gern aktiv singend einbeziehen ließ.

Ute Seils / Hans Hermann Buyken

Konzertbericht - April 2013

Cantate Domino - Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder

Erneut lud die Auferstehungsgemeinde Duisburg am 28. April 2013, dem CANTATE-Sonntag, zur festlichen Abendmusik ins Gotteshaus an der Mainstraße ein. Und der Einladung folgten zahlreiche Gäste. Vier große Teile strukturierten das Konzert unter Zuhilfenahme von Begriffspaaren, sogenannten Dichotomien: Jubilate - Kantate, Advent - Weihnachten, Karfreitag - Ostern, Taufe – Abendmahl. Neben dem Chor der Auferstehungsgemeinde wirkten das Trio Klangeschwister, Ensemble für alte Musik, Köln, mit und als jugendliche Lektoren Christoph Pfitzinger und Mario Schlawne. Die Gesamtleitung hielt Hans-Herrmann Buyken in seinen erfahrenen Händen.

Ein leicht und beschwingt von Stephanie Buyken gespieltes Blockflötensolo eröffnete mit Jakob van Eycks „Engels Nachtegaltje“ das erste Thema des Konzerts, welches sich im Prélude in G-Dur aus der Suite für Violoncello von Johann Sebastian Bach fortsetzte - virtuos dargebracht von Evelyn Buyken. Am Cembalo begeisterte Natalia Spehl mit der Fuge in G-Dur aus dem "Wohltemperierten Klavier", ebenfalls von Johann Sebastian Bach. Nach dem „Jubilate“ der Instrumente stimmte der Chor mit dem 4-stimmigen Kanon "Cantate Domino" von unserer langjährigen Kirchenmusikwartin Käthe Pistorius - unterstützt von den Instrumenten – den „Kantate-Teil“ der Abendmusik an. Anschließend erfolgte durch unseren Chorleiter die offizielle Begrüßung, die Einführung ins Programm und das gemeinsamen Gebet. Er wies zudem darauf hin, dass in diesem Jahr der Chor der Gemeinde sein 65. Bestehen feiert.

"Ich singe Dir mit Herz und Mund" - eine Intrade für Instrumente von Ekkehart Nickel - leitete den anschließenden gemeinsamen Gesang, wechselweise von Chor und Gemeinde, ein. Das Thema "Jubilate - Kantate" endete mit der großartigen Motette "Cantate Domino" zu vier Stimmen und Basso continuo von Heinrich Schütz, in seiner ganzen Dichte glanzvoll vorgetragen vom Chor.

Das nächste Thema "Advent - Weihnachten" begann mit der Triosonate in F-Dur von Georg Philipp Telemann. An den Instrumenten brillieren Stephanie Buyken, Altblockflöte, Evelyn Buyken, Viola da Gamba und Natalia Spehl am Cembalo. Aus der Feder von Otto Kaufmann stammt der vierstimmige Chorsatz zum Advent "Was kommt auf uns zu?", dessen zeitgemäßer Text sich mit den Kerngedanken der Adventssonntage befasst.

Als vierstimmige Motette über Johannes 1,14, von Liebhold, erinnerte uns der Chorgesang an das fleischgewordenen Wort, dass in Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, zu uns gekommen ist, voller Gnade und Wahrheit. Und im Gedenken daran stimmten Gemeinde und Chor das Weihnachslied an "Kommt und lasst und Christum ehren". Damit endete auch der zweite Teil des Konzertes.

Mit zwei Instrumentalstücken eines unbekannten Meisters in moll und in Dur (Karfreitag – Ostern) zogen die Musikerinnen ihre Zuhörer erneut in ihren Bann. An das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus erinnerte der Chor mit der Motette "Fürwahr er trug unsere Krankheit" für vier Stimmen von Melchior Franck über Jesaia 53,4-5. Die darauf folgende Lesung basierte auf dem Luther-Lied "Christ lag in Todesbanden", worauf der Chor mit dem Choralsatz von J.S. Bach "Wir danken Dir Herr Jesus Christ" den froh stimmenden Gedanken von Erlösung und Auferstehung aufnahm. Die Gemeinde war anschließend aufgefordert, mit dem Ostergesang aus Taizé "Jubilate Coeli - Jubelt ihr Himmel, jubelt ihr Welten! Christus ist wahrhaftig auferstanden" einzustimmen in die Osterfreude!

Als musikalischer Hochgenuss erwies sich die Sonate C-Dur von Georg Friedrich Händel für Blockflöte und Basso continuo, gewaltig und beeindruckend dargeboten vom Ensemble Klangeschwister. Mit diesem Kleinod begann das letzte der vier Themen. Darauf folgte die erst 2012 von Otto Kaufmann geschriebene, dem Duisburger Chor gewidmete, Motette zur Taufe nach Titus 3,4-8a. "Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes,..." erinnert uns an die Taufe und an die Wiedergeburt in Jesus Christus. Die folgende Lesung enthielt die Worte Martin Luthers zu Taufe und Abendmahl aus unserm Katechismus.

Im Chorgesang "Jesus Christus, Sohn des Lebens" von Thomas Nickisch werden Ostersieg und Abendmahl miteinander verknüpft. Und anschließend berauschten uns wieder die Musikerinnen mit ihrem virtuosen Können. Stundenlang hätte man der klangvollen Sonata "La Follia" von Arcangelo Corelli lauschen können, so vielseitig sind Thema und Variationen und so bravourös waren die Vortragenden.

Zum Ende des Konzertes sangen Gemeinde und Chor das Vaterunser nach einer Melodie von Berthold Engel, bevor mit der doppelchörigen Motette von Johann Christoph Pachelbel "Singet dem Herrn ein neues Lied" der abschließende thematische Bogen zum Sonntag Kantate geschlagen wurde.

Die Zuhörer bedankten sich bei den Vortragenden mit lang anhaltendem Applaus und hielten auch während anschließender Gespräche nicht mit Lob und Anerkennung zurück. Einen „Ehrengast“ konnte die Gemeinde begrüßen: Dr. Martin Luther * verfolgte als blaue Kunststoff-Plastik (Statue aus der Lutherinstallation des Aktionskünstlers Ottmar Hörl) gebannt dem Geschehen und hätte gewiss eine große Freude und Dankbarkeit empfunden, hätte er diese schönen eineinhalb Stunden persönlich miterlebt.

* Diese blaue Luther-Plastik stammt aus der Installation des Aktionskünstlers mit 800 Luther-Figuren auf dem Marktplatz der Lutherstadt Wittenberg. Diese soll als Teil des Programms der Luther-Dekade auf das Reformationsjubiläum 2017 (500 Jahre Thesenanschlag Martin Luthers) vorbereiten. Die Skulptur bezieht sich auf das Luther-Denkmal des Bildhauers Johann Gottfried Schadow, das seit 1821 auf dem Marktplatz von Wittenberg steht. Mit den Luther-Botschaftern will Hörl den Reformator „vom Sockel herab“ holen und unter das Volk bringen und somit zu einer zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Luthers Gedanken einladen.

Verfasst von: Ute Böhmert